Husqvarna 564 XP oder 550 XP Mark II: welche Profisäge zu deinem Brennholz passt

Wer im Herbst den Stoß für den ganzen Winter macht, merkt spätestens nach dem dritten Meterscheit, wo die eigene Säge an ihre Grenze kommt. Die Husqvarna 564 XP und die Husqvarna 550 XP Mark II stehen bei uns im Schauraum oft direkt nebeneinander, und die Frage dazu ist fast immer dieselbe: Reicht die kleinere, oder zahlt sich die größere aus? Das hängt an drei Dingen: wie viel Holz du im Jahr machst, wie dick es ist und wie lange du am Stück sägst. Wir gehen das der Reihe nach durch, mit den Daten aus unserem eigenen Sortiment.
Husqvarna 564 XP oder 550 XP Mark II: die kurze Antwort
Die 550 XP Mark II hat 50,1 cm³ Hubraum und 3,0 kW Ausgangsleistung. Bei uns steht sie mit 15-Zoll-Schwert und Griffheizung um 859 Euro. Die 564 XP gehört in die 60-cm³-Klasse, arbeitet mit Kraftstoffeinspritzung statt Vergaser und kostet bei uns mit 20-Zoll-Schwert 1.419 Euro.
Die Faustregel für den Brennholzmacher: Bis etwa 15 Raummeter im Jahr, überwiegend Meterscheiter und Stämme bis Oberschenkeldicke, reicht die 550 XP Mark II locker. Sie ist leichter, wendiger, und du spürst sie nach vier Stunden deutlich weniger im Kreuz. Sobald regelmäßig stärkere Stämme dazukommen, du selbst durchforstest oder ganze Tage durchsägst, spielt die 564 XP ihre Reserve aus.
Wie viel Brennholz machst du wirklich?
Die Frage klingt banal, entscheidet aber mehr als jedes Datenblatt. Ein Haushalt, der mit dem Kachelofen zuheizt, kommt im Jahr oft mit acht bis zwölf Raummetern aus. Wer ganz mit Holz heizt, liegt schnell beim Doppelten. Im ersten Fall sitzt du ein paar Samstage an der Säge, im zweiten sind es Wochen.
Genau darauf zielen die beiden Sägen. Die 550 XP Mark II ist für den gemacht, der zügig durch seinen Stoß kommt und die Säge danach wieder weghängt. Die 564 XP ist für den, dessen Säge im Herbst durchgehend Dienst hat. Mehr Hubraum heißt weniger Drehzahleinbruch, und weniger Drehzahleinbruch heißt, dass du weniger nachdrückst. Am Ende des Tages ist das der Unterschied zwischen müde und fertig.
50 cm³ gegen 60 cm³: was am Stoß wirklich passiert
Husqvarna beschreibt die 564 XP so, dass sie Größe und Wendigkeit einer 50er mit der Leistung einer 70er verbindet. Im Holz merkst du das dort, wo die kleinere Säge zu arbeiten beginnt: im dicken Scheit, im Stamm über 35 Zentimeter, in der harten Buche nach einem trockenen Sommer.
Die 550 XP Mark II zieht in ihrer Klasse kräftig. Sie ist auf Forstarbeit ausgelegt und gilt als eine der schnellsten Sägen ihrer Leistungsklasse. Hubraum lässt sich trotzdem nicht wegdiskutieren. Wenn du eine Säge ständig am Anschlag fährst, arbeitest du gegen die Maschine, und das siehst du an der Kette, am Verbrauch und spürst es im Rücken. Die größere Säge läuft im selben Holz im Wohlfühlbereich.
Umgekehrt gilt genauso: Wer die 564 XP nur für Meterscheiter kauft, schleppt bei jedem Schnitt Gewicht mit, das er nie braucht.
Schwertlänge: länger ist nicht automatisch besser
Die 550 XP Mark II liefern wir mit 15 Zoll, die 564 XP mit 20 Zoll. Der Unterschied wirkt klein, im Handgelenk ist er es nicht. Ein längeres Schwert bedeutet mehr Kette, mehr Reibung und mehr Gewicht vorne, und es verlangt entsprechend Leistung dahinter.
Für Meterscheiter, die du am Bock oder am Stoß durchschneidest, sind 15 Zoll die praktischere Wahl. 20 Zoll zahlen sich aus, wenn du stärkere Stämme in einem Zug durchtrennst, im Wald Fällschnitte setzt oder dich sonst ständig um das Schwert herumarbeiten müsstest. Wer beides macht, kauft nach der dicksten Arbeit, nicht nach der häufigsten.
Fuel Inject gegen Vergaser
Der auffälligste technische Unterschied zwischen den beiden: Die 564 XP hat eine Kraftstoffeinspritzung, die 550 XP Mark II einen Vergaser.
Im Alltag heißt das vor allem Gleichmäßigkeit. Eine eingespritzte Säge nimmt Gas gleich an, egal ob du unten im Ybbstal arbeitest oder oben am Waldrand, egal ob es im Jänner minus fünf Grad hat oder im August dreißig. Kaltstart, Warmstart, Gasannahme nach der Jause: Das Verhalten bleibt dasselbe, nachjustieren musst du nichts.
Das ist kein Argument gegen die 550 XP Mark II, sondern eines für die 564 XP bei wechselnden Bedingungen und langen Einsätzen. Wer die Säge dreimal im Jahr bei ähnlichem Wetter im selben Wald auspackt, wird den Unterschied kaum vermissen. Dafür hat die 550 XP Mark II eine Griffheizung, und die ist im Novembernebel am Stoß ein sehr handfester Vorteil.
Gewicht, Vibration und der lange Tag
Zwei Sägen können auf dem Papier ähnlich ausschauen und sich nach vier Stunden völlig verschieden anfühlen. Beide Modelle sind auf geringe Vibrationen ausgelegt, die 550 XP Mark II zusätzlich auf geringe Kreiselkräfte, also auf das, was dir die Säge beim Schwenken aus der Linie zieht. Das ist kein Werbepunkt, sondern der Grund, warum du am Abend noch ruhig einen Nagel einschlägst.
Arbeitest du überwiegend im Stehen am Bock und hebst die Säge ständig an und setzt sie wieder ab, zählt jedes halbe Kilo. Arbeitest du am liegenden Stamm, trägt der Stamm einen Teil des Gewichts, und die stärkere Säge kostet dich weniger Kraft. Eine einfache Probe: Zähl einmal mit, wie oft du die Säge an einem typischen Arbeitstag anhebst. Über zweihundert Mal ist keine Seltenheit, und dann rechnet sich leichter ziemlich schnell.
Die dritte Möglichkeit: die Akku-Säge 550i XP
Viele, die zwischen den beiden schwanken, landen am Ende bei der 550i XP. Das ist die Akku-Profisäge aus derselben Reihe, ausgelegt auf hohe Zuverlässigkeit und anspruchsvolle Arbeit. Du hast zwei Akku-Optionen: den stärkeren B540X für Leistung, Laufzeit und längere Schienen und den leichteren B330X, wenn Wendigkeit wichtiger ist. Ein Display am Gerät zeigt dir, woran du bist.
Für die Arbeit rund um Haus und Hof, für den Zuschnitt am Stoß und für alles, wo du zwischendurch stehst und misst, ist das eine ernsthafte Alternative: kein Gemisch, kein Warmlaufen, sofort volle Leistung, deutlich leiser. Für einen ganzen Tag im Wald brauchst du die passende Akku-Ausstattung dazu. Was das in deinem Fall kostet, rechnen wir dir gern durch, weil es vom gewählten Akku abhängt. Das ganze Husqvarna-Sortiment findest du in unserem Shop.
Kette, Schwert und Service: was nach dem Kauf zählt
Eine Profisäge kostet im Betrieb wenig, solange die Kette stimmt. Eine stumpfe Kette frisst Leistung, Sprit und Nerven, und sie macht aus einer 60er gefühlt eine 40er. Wer selbst feilt, sollte das regelmäßig tun und nicht erst dann, wenn statt Spänen Mehl herauskommt.
Alles, was darüber hinausgeht, machen wir in der Werkstatt: Kette und Schwert tauschen, Vergaser und Zündung prüfen, Kupplung, Fangbolzen und Kettenbremse kontrollieren. Ersatzteile für Husqvarna haben wir da. Was wir im Detail anbieten, steht auf unserer Seite zu Service und Reparatur, und einen Termin holst du dir direkt online: Werkstatt-Termin reservieren.
Gebraucht kaufen: wann das eine gute Idee ist
Eine Profisäge ist für viele Betriebsstunden gemacht. Genau deshalb kann ein gepflegtes gebrauchtes Gerät eine vernünftige Wahl sein, vor allem wenn du noch nicht sicher bist, ob du in die 60-cm³-Klasse hineinwächst. Worauf es ankommt: Kompression, Zustand von Zylinder und Kolben, die Antivibrationselemente, die Kettenbremse und ob die Säge durchgehend serviciert wurde.
Was gerade bei uns am Platz steht, siehst du unter Gebrauchte Maschinen. Und wenn du unsicher bist: Bring die Säge, die du im Auge hast, einfach vorbei. Draufschauen kostet nichts.
Häufige Fragen
Reicht die 550 XP Mark II zum Fällen?
Für Bäume, deren Durchmesser deutlich unter der Schwertlänge liegt, ja. Die Säge ist ausdrücklich für die Forstarbeit entwickelt. Sobald du regelmäßig Stämme fällst, bei denen du das Schwert ansetzen und nachziehen musst, arbeitest du mit der 564 XP schneller und sicherer.
Was bringt die Griffheizung?
Mehr, als die meisten glauben. Kalte, klamme Finger greifen schlechter zu, und schlechter Griff ist bei einer Säge ein Sicherheitsthema. Wer im Spätherbst und Winter am Stoß steht, will sie nicht mehr hergeben.
Wie oft muss ich die Kette schärfen?
Im sauberen Holz kommst du mit einer Tankfüllung locker durch. Sobald die Kette einmal Erde oder einen Stein erwischt hat, ist sie hin, und weitersägen bringt nichts. Ein gutes Zeichen: Solange lange, gleichmäßige Späne herauskommen, passt es.
Passt auf die 564 XP auch ein kürzeres Schwert?
Ja, die Säge lässt sich mit kürzerer Schiene fahren, und für reine Brennholzarbeit ist das oft angenehmer. Welche Kombination aus Schiene und Kette zu deiner Arbeit passt, klären wir am besten direkt bei uns.
Kann ich die Sägen vorher in die Hand nehmen?
Ja. Beide stehen bei uns in Zeillern. Der Unterschied im Gewicht und in der Balance lässt sich in zehn Sekunden am Griff beantworten und in keinem Datenblatt.
Fazit
Die Husqvarna 564 XP ist die Säge für den, der viel und dickes Holz macht und dabei gleichmäßiges Verhalten und Reserve braucht. Die 550 XP Mark II ist die Säge für den, der zügig durch seinen Stoß kommen will und dafür weniger Gewicht und die Griffheizung mitnimmt. Beide sind Profigeräte, beide halten lange, wenn du sie pflegst.
Wenn du nicht sicher bist, welche Klasse zu deinem Jahr passt: Sag uns, wie viele Raummeter du machst und wie dick dein Holz ist. Danach ist die Entscheidung meistens in fünf Minuten gefallen.
